Bon Jovi - Detail - Konzertkritik: Bon Jovi rocken die o2 Arena ...

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16.11.2007

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16.11.2007 | Konzertkritik: Bon Jovi rocken die o2 Arena in London – Come and See, Hear, Feel the Real Thing…

(Von unserer Newsredakteurin Daniella Groothuis): Mit erstaunlicher Bühnenpräsenz, perfekter Performance und unglaublicher Spielfreude stellten Bon Jovi einmal mehr ihren Ruf als beste live Band der Welt unter Beweis.

Es ist gegen 20.30 Uhr. Die Londoner O2 Arena (ehemals Millenium Dome) ist bis auf den letzten Platz ausverkauft. 20.000 Fans warten gespannt auf Bon Jovi und stimmen sich mit La-Ola-Wellen ein.
Plötzlich gehen die Lichter aus: Drummer Tico Torres, Keyboarder David Bryan und Gitarist Richie Sambora nehmen ihre Plätze auf der Bühne ein. Die Menge ist kaum noch zu halten. Es ertönen die ersten Klänge von "Living On A Prayer", und schon jetzt wird die hervorragende Akustik der O2 Arena offensichtlich: glasklarer Sound, hervorragend abgemischt.
Alles wartet auf den Frontmann… Dann leuchten die großen Leinwände hinter der Bühne auf. Zu sehen ist Jon Bon Jovi, der sich langsam, aber bestimmt in Richtung Bühne bewegt, die er gleich hinter Tico Torres besteigen wird. Die Spannung ist fast mit den Händen greifbar. Doch Jon Bon Jovi lässt sich Zeit: betont lässig schlendert er voran, mit einer Mischung aus ernster Angespanntheit und professioneller Unnahbarkeit schaut er in die ihn begleitende Kamera. Und dann, kurz vor dem Betreten der Bühne, löst sich seine Mine auf in den bekannten "One-Million-Dollar-Smile", und spätestens jetzt hält es niemanden mehr auf den Sitzen. Und das wird die ganze Show über so bleiben. Fast könnte man sich fragen, wozu überhaupt eine Bestuhlung vorhanden war…

Kaum ist der Frontmann auf der Bühne, zeigen er und seine Bandkollegen eine außergewöhnliche Spielfreude. Jon Bon Jovi begrüßt die Menge mit den Worten:
"Good evening London, England. Welcome to your brand new house. This is called the O2 - and the way I'm judging the crowd out here, who the hell needs Wembley Stadium?"
(Guten Abend, London, England. Willkommen in eurem neuen Haus. Es heißt O2 – und so wie ich die Menge hier empfinde: Wer zum Teufel braucht das Wembley Stadion?)
Damit lässt er sich einen kleinen Seitenhieb in Richtung Wembley-Stadion nicht nehmen. Wegen baulicher Verzögerungen war nämlich im vergangenen Jahr die Neueröffnung mit Bon Jovi als Opening Act geplatzt…
Und tatsächlich erweist sich die O2 Arena als perfekter Austragungsort: nicht nur akustisch, auch visuell. Die offizielle Einweihung der Arena wird beim Erklingen des Openers "Living On A Prayer" durch ein großes Feuerwerk über dem Dach gefeiert.

Bon Jovi bieten eine perfekte Mischung aus alten und neuen Songs vom aktuellen Album Lost Highway. Auch wenn sie auf fast 25 Jahre Bühnenerfahrung zurück blicken und über 5.000 Konzerte gespielt haben: Die Band hat sich ihre Natürlichkeit und Spontaneität bewahrt, und genau diese Freude am Auftritt ist spürbar. Von der ersten bis zur letzten Minute herrscht eine faszinierende Interaktion mit dem Publikum, aber auch der Band untereinander.

Jon Bon Jovi präsentiert sich nicht nur bestens gelaunt, sondern bietet auch eine überaus energiegeladene Show. Er bewegt sich von einem Bühnenrand zum anderen, tanzt, lacht, und kommuniziert mit dem Publikum. Gekonnt setzt er auch die Facette des Womanizers um. So etwa reißt er urplötzlich sein Hemd auf und präsentiert ein wohl geformtes Sixpack. Während der Performance von "I’ll Sleep When I’m Dead" winkt er sogar einige weibliche Fans zu sich auf die Bühne – was die Security sichtlich ins Schwitzen bringt… Doch Jon Bon Jovi lässt sich nicht beirren: Er tanzt ausgelassen mit seinen Fans bis zum Schlussakkord des Songs, bei dem alle gemeinsam die Hände in die Höhe strecken.
Auch für Späße ist er zu haben: Als ihm ein weiblicher Fan im Onstage-Bereich mitteilt, sie wolle lieber David Bryan küssen, setzt er sich gespielt schmollend an den rechten Bühnerand und äußert seinen "Unmut" darüber, dass der Keyboarder offenbar wichtiger sei als der Leadsänger.

Emotionen spielen eine große Rolle an diesem Abend. Nachdem Richie Sambora einige persönliche Tiefen durchmachen musste und erst kürzlich einen Klinikaufenthalt hinter sich gebracht hat, wächst er im Laufe des Konzerts förmlich über sich hinaus. Nicht zuletzt wegen der großen Unterstützung durch seine Fans, die ihm eine Welle der Sympathie entgegen bringen. Auch seine Bandkollegen stehen deutlich spürbar hinter ihm. Immer wieder wendet er sich Drummer Tico Torres zu, der ihm mit seinem bekannten "Gute-Laune-Lächeln" bestätigend zunickt. Samboras Performance steigert sich in fast ungeahnte Sphären hin zu brillanten Gitarrensoli. Beim Song "Any Other Day" verschlägt es auch Frontmann Jon Bon Jovi fast den Atem. "Welcome back, my brother! Ladies and Gentleman: Mr. Richie Sambora!" (Willkommen zurück, mein Bruder! Meine Damen und Herren: Mr. Richie Sambora!), entfährt es einem sichtlich gerührten Jon Bon Jovi. Und dann erlebt die Menge einen zutiefst emotionale und ehrliche Momentaufnahme der viel zitierten "Bon Jovi Family": Jon umarmt seinen Bandkollegen, sie stecken die Köpfe zusammen, um dann gemeinsam die Fäuste in die Höhe zu strecken – begleitet von tosendem Applaus.

Diese Mischung aus hervorragender musikalischer Performance, Entertainment, Gefühl und Humor ist es wohl, die inzwischen alle Generationen vereint und jede Bon Jovi Show zu einer riesigen Party werden lässt, bei der einfach jeder auf seine Kosten kommt.

Die neuen Songs erweisen sich als echte Stadionknüller. Das Publikum kennt bereits jetzt jede Zeile und singt begeistert mit: Songs wie "Lost Highway", "I Love This Town" und "We Got It Goin’ On" bringen die Halle zum Bersten. Doch auch das Gänsehaut Feeling kommt nicht zu kurz. Die aktuelle Single "Make A Memory" gehört zu den musikalisch emotionalen Highlights des Abends. Fast noch übertroffen wird diese Stimmung durch die Performance von Leonard Cohens "Hallelujah". Jon Bon Jovi zeigt hier neben seinen stimmlichen Qualitäten auch seine unvergleichliche emotionale Stärke. Das Publikum ist buchstäblich ergriffen. Es ist einer dieser Momente, die unvergessen bleiben werden, als stünde die Zeit still.
"Keep The Faith" ist der letzte Song des Abends. Nach 2 Stunden und 19 Songs wird die Band stürmisch verabschiedet. Überall sind erschöpfte, aber glückliche Gesichter zu sehen. Von allen Seiten und in mehreren Sprachen ist immer wieder zu hören: "Best Bon Jovi Show ever" – "Das war das beste Konzert, das ich bislang von Bon Jovi gesehen habe". Und auch im Nachhinein wird dieser Eindruck durch die Aussagen von Fans in den weltweiten Bon Jovi Foren bestätigt.

Diese Show macht Lust auf mehr, so viel ist sicher. Die geplante World Tour 2008 können die meisten Fans kaum erwarten.
Einmal mehr haben Bon Jovi gezeigt, dass sie zu den Top Acts der Branche gehören. Fast so wie ein guter Wein, werden sie mit den Jahren immer besser. Und sie mussten an diesem Abend nicht ihren Song "Last Man Standing" performen um deutlich zu machen, was man bekommt, wenn man eine Bon Jovi Show besucht: "Come and see, hear, feel the real thing"…

Setlist Bon Jovi O2 Arena, 24/06/07:

Living On A Prayer
You Give Love A Bad Name
Lost Highway
Whole Lot Of leavin
Runaway
Born To Be My baby
It's My Life
Make a Memory
I Love This Town
We Got It Goin' On
Who Says You Can’t Go Home
I'll Sleep When I'm Dead
Bad Medicine w/ Shout

Encores:

Any Other Day
Someday I'll Be Saturday Night
Hallelujah
The Last Night
Wanted Dead Or Alive
Keep The Faith
16.11.2007

Top Album

  • Bon Jovi
    |
    The Circle

    Erscheinungsdatum: 30.10.2009 Erscheinungsdatum: 2009 CD | Album Tonträger Audio Format: CD Label: Island | Bestellnr.: 0602527245607 Island
    Artist: Bon Jovi

    Ein heißer Musikherbst steht bevor, denn mit "The Circle" erscheint das neue Bon Jovi-Album. Wie bereits im Titel angedeutet, markiert "The Circle" eine eindrucksvolle Rückkehr zum harten, eingängigen Rock'n'Roll, für den der Name Bon Jovi seit dem Beginn ihrer Karriere steht.

Top Single

  • Bon Jovi
    |
    Superman Tonight

    Erscheinungsdatum: 22.01.2010 Erscheinungsdatum: 2010 CD Maxi Single | Single Tonträger Audio Format: CD Label: Island | Bestellnr.: 0602527320489 Island
    Artist: Bon Jovi

    "Superman Tonight" ist die 2. Single aus Bon Jovis Nummer 1 Album "The Circle". Sänger und Kopf der Band Jon Bon Jovi erzählt Folgendes über "Superman Tonight": "Superman Tonight ist eigentlich ein sehr voyeuristischer Song. Er gewährt Einblicke in die Gefühlswelt einer jungen Frau, die sich nach dem Wahren und der Liebe im Leben sehnt, allerdings an den falschen Stellen sucht. Das Feedback der Fans auf diesen Song ist überwältigend: Ich bin überrascht und erfreut zugleich, dass die Leute sich von diesem Song so derartig angezogen fühlen. Darauf sind wir wirklich stolz."

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